Webseite von Professor Dieter Borchmeyer
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West-Östliche Spiegelungen

Thema

Die Wechselbeziehungen zwischen Ost und West sind aktueller denn je, auch wenn es häufig weniger Spiegelungen - im Sinne der "wiederholten Spieglungen" Goethes - als Spannungen bis zum Zerreißen sind. Die Heidelberger Vorträge zur Kulturtheorie, die in der Verantwortung des Germanisten Dieter Borchmeyer liegen und von ihm gehalten oder mit prominenten Gästen gestaltet werden, widmen sich im Wintersemester 2013/14 den Spiegelungen des nahen wie des fernen Orients im Okzident (wie umgekehrt).

 

Referenztext der Vorlesung ist Goethes West-östlicher Divan, aus dem Dieter Borchmeyer zusammen mit der Rezitatorin Anja Höfer den lyrischen Liebesdialog zwischen Hatem und Suleika in einer Lesung herauslösen, die von dem jungen Münchner Pianisten Amadeus Wiesensee (19 Jahre) mit Klavierstücken von Debussy sekundiert wird (Alte Aula, 23. Oktober).

 

Die Vorlesung wird am 16. Oktober durch einen Vortrag und das Gespräch mit dem ägyptischen Archäologen Tarek Tawfik eingeleitet, die den Blick über die Spieglungen hinaus auf die bedrohlichen Spannungen zwischen Ost und West werfen.

 

Indien und China rücken in anderen Vorträgen und Gesprächen mit Wissenschaftlern und Schriftstellern in den Mittelpunkt.

 

Dieter Borchmeyer selber steuert Vorträge über Goethe und den Orient (6. November) sowie über die Wiedergeburt des Buddhismus aus dem Geiste der Musik im Werk von Schopenhauer, Wagner und Thomas Mann (4. Dezember) bei, die Heidelberger Germanisten Dietrich Harth und Helmuth Kiesel beschäftigen sich mit der Rilke-Rezeption des indischen Romanciers Amitav Ghosh (13. November) und Alfred Döblins "Ausschweifungen" in den nahen und fernen Osten (8. Januar).

 

Martin Walser disputiert mit seinem chinesischen Übersetzer Huang Liaoyu (15. Januar), der Büchner-Preisträger Martin Mosebach widmet einen Essay  der Inspiration der Dichtung durch den Orient (22. Januar).

 

Einen Höhepunkt der Heidelberger Vorträge bildet wie jedes Semester ein Gesprächskonzert, bei dem diesmal die junge kroatische Mezzosopranistin Diana Haller (Staatsoper Stuttgart), begleitet von einem der führenden Klavierbegleiter der Gegenwart und häufigen Heidelberger Gast: Gerold Huber, west-östliche Spiegelungen in der Musik von Schumann über Mahler bis Pavel Haas (den in Auschwitz ermordeten tschechischen Komponisten, der im Lager Theresienstadt chinesische Gedichte vertonte) zu Gehör bringt (Neue Aula, 10. Dezember).

 

Ein besonderes Ereignis verspricht ein Künstlergespräch mit dem weltberühmten Bariton Thomas Hampson zu werden. Das Gespräch steht unter dem Goethe-Motto "Gottes ist der Orient / Gottes ist der Okzident" (18. Dezember).

 

Die Vorlesungsreihe wird abgeschlossen durch zwei Gesprächsveranstaltungen und Lesungen mit dem Ägyptologen und Kulturwissenschaftler Jan Assmann über Ägypten in der Oper und die orientalischen Quellen der Josephsromane von Thomas Mann (5. und 6. Februar).

 

Sämtliche Veranstaltungen, mit Ausnahme der beiden musikalisch begleiteten in der Alten und Neuen Aula, finden im Hörsaal 14 der Neuen Universität um 19 Uhr s.t. statt (nur die letzte beginnt um 20 Uhr s.t.). Der Eintritt íst wie immer frei.

Programm

Das Programm zur Lehrveranstaltung
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Die Heidelberger Vorträge zur Kulturtheorie beschäftigen sich in diesem Semester mit dem Thema: Kulturstadt und Kulturnation

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